Viareggio

Ganz am Rande der grünen Weiten der Toskana gelangt man mitten in das Herz der norditalienischen Badekultur. Auch wenn Thomas Mann einen Bogen um das "lärmend ausverkaufte Weltbad" machte und lieber durch den Sand des nördlicher gelegenen Forte dei Marmi flanierte, so verewigte er doch den Geist dieses Trubels in seiner Erzählung "Mario und der Zauberer".

 


 

Die lange breite Strandpromenade gibt hier nicht so ohne weiteres den einseitigen Blick auf das Meer preis, sondern ist auf zahlreichen Metern links und rechts von der floralen Ornamentik und Architektur des Jugendstil gesäumt.

 


 

Und dennoch glitzert immer wieder das salzige Wasser des Ligurischen Meeres, zwischen den malerischen Gebäuden und den hohen Palmen hindurch. Alles erweckt den Anschein, als wenn man hier das Baden, bei aller urlauberischer Gelassenheit, noch ein wenig glorifiziert. Man wäre auch nicht sonderlich überrascht, wenn noch ein betagterer Marchese, in einem knielangen gestreiften Badeanzug, den Weg zum Strand beschreiten würde.

 


 

Dieser Weg führt aber in Viareggio nicht über eine verwehte Düne, sondern durch die Pforten eines der zahlreichen Bagnos. Ein wenig ist das dennoch, als wenn man von Puccini's "Turandot" zu Ultimo's "Pianeti" wechselt.

 


 

Wahrscheinlich kann man den Sommer nicht italienischer zelebrieren, mitten im Gedränge um den Logenplatz am Strand. Gut sichtbar huldigt man den heißen Sonnenstrahlen und genießt als bekennender Gourmet die Annehmlichkeiten der Italienischen Küche. Als leicht unsicherer deutscher Besucher, wählt man dann wohl doch lieber das Bagno mit der zweit- oder dritthöchsten Dichte an Gästen, und läßt sich dennoch fantastisch bewirten unter der strahlenden Sonne, bevor sich ihr Schein in einem Glas rot glänzendem Cordino verabschiedet.

 


 

Ciao Viareggio,

wir sehen uns wieder...