Sanssouci

Montag, warum nur ausgerechnet Montag? Irgendwie fühlt es sich nicht so abgerundet an, wenn man vor solch einem imposanten Schloss steht und nicht die zahlreichen und kostbaren Räume im Inneren entdecken darf. Da hilft auch kein drängendes Klopfen an die Glastüren dieser sommerlichen Residenz, die Pforten bleiben hier und heute geschlossen, am Tag der Ruhe.

 

Vielleicht ist es aber auch nicht die unfreiwillig schlechteste Idee gewesen diesen sonnigen Wochenauftakt hier zu verbringen, denn wo sich tagtäglich Tausende von Besuchern um die schönsten digitalen Abbilder gegenseitig bedrängen, sind es heute nur Hunderte.

 

So lädt doch auch der weitläufige Schloßpark zum Verweilen ein. Gleich unterhalb der zentralen Treppe, welche ganz nebenher einen leichten Showcharakter besitzt, auf einer der meterlangen Flüsterbänke, auf der sich zwei verliebte Seelen gegenseitig schüchtern Herzensbekundungen fernmündlich zukommen lassen können, Platz zu nehmen, oder findet man hier doch noch Voltaire als besonnenen Gesprächspartner, zwischen all dem gepflegten Grün und der in zarten Pastelltönen strahlenden baroken Historie?

 

Auch wenn dies alles heute Oppulenz, Prunk und Glorifizierung widerspiegelt, so erwies sich Friedrich der Große , welcher dieses Sommerschloß nach eigenen Skizzen in Auftrag gab, nicht nur als bedachter Monarch, sondern für seinen gesellschaftlichen Status als zurückhaltender Bauherr, denn die heutigen Dimensionen erreichte das Bauwerk erst knapp einhundert Jahre nach seiner Errichtung, durch den Umbau und die Verlängerung der beiden Seitenflügel, unter Friedrich Wilhelm IV.

 

Mach es gut, "sorgloses Schätzchen",

beim nächsten Mal bringen wir Dir eine Kartoffel mit...